Kellereinbrüche gehören zu den häufigsten Eigentumsdelikten in Mehrfamilienhäusern. Fahrräder, Werkzeug und Vorräte sind beliebte Beute — oft reichen einfache Vorhängeschlösser nicht aus. Mit der richtigen Kombination aus Technik und Organisation lässt sich das Risiko deutlich senken.
Warum Keller so beliebt bei Einbrechern sind
- Leichte Beute: Einfache Lattenverschläge mit billigen Schlössern
- Geringe Entdeckungsgefahr: Keller werden selten frequentiert
- Zugang: Kellertüren oft ungesichert oder defekt
- Wertvolle Gegenstände: Fahrräder, E-Bikes, Werkzeug
Maßnahmen: Kellerzugang sichern
Haupteingangstür zum Keller
- Sicherheitsschloss mit Schließanlage einbauen
- Selbstschließer montieren (Tür fällt automatisch ins Schloss)
- Türblatt verstärken bei Holz- oder dünnen Metalltüren
- Kellerfenster mit Gittern oder abschließbaren Griffen sichern
Einzelne Kellerabteile
- Bügelschloss (gehärtet): Mindestens Sicherheitsstufe 7+ — kein einfaches Vorhängeschloss
- Schlossriegel: Verschraubte Riegel statt einfacher Überfalle
- Lattenverschläge mit Metallgitter verstärken oder ersetzen
- Scharniere von innen montieren (nicht aushebbar)
✅ Tipp: Investieren Sie in ein Bügelschloss mit mindestens 12 mm Bügeldurchmesser — dünnere Bügel lassen sich mit einer Bolzenschere in Sekunden knacken.
Technische Sicherung
- Beleuchtung: Bewegungsmelder im Kellerflur
- Kamera: Videoüberwachung am Kellerzugang (Datenschutz beachten)
- Alarmsystem: Erschütterungssensoren an der Kellertür
⚠️ Datenschutz: Videoüberwachung in Gemeinschaftsbereichen erfordert einen Beschluss der Eigentümerversammlung und eine Datenschutz-Folgenabschätzung.
Organisatorische Maßnahmen
- Keine Tür aufkeilen — auch nicht „kurz"
- Fremde Personen im Keller ansprechen
- Wertgegenstände dokumentieren (Fotos, Seriennummern)
- Regelmäßige Kontrollgänge durch den Hausmeister
Kosten
- Gehärtetes Bügelschloss: 30–80 €
- Sicherheitsriegel: 20–50 €
- Schließanlage (Kellertür): 150–400 €
- Bewegungsmelder: 20–60 €
- Kameraanlage: 200–1.000 € je nach System
Die Rolle des Hausmeisters
Der Hausmeister prüft regelmäßig den Zustand der Kellertüren und -schlösser, meldet Defekte, kontrolliert die Beleuchtung und führt Kontrollgänge durch. Bei verdächtigen Beobachtungen informiert er Verwaltung und Polizei.
Häufige Fragen
Wie sichert man Kellerabteile im Mehrfamilienhaus?
Am wichtigsten sind ein gehärtetes Bügelschloss mit mindestens 12 mm Bügeldurchmesser, verschraubte Schlossriegel und eine gesicherte Haupteingangstür zum Keller mit Selbstschließer. Ergänzend helfen Bewegungsmelder und Kontrollgänge.
Wer zahlt den Einbruchschutz im Keller?
Die Sicherung der Haupteingangstür und der Gemeinschaftsbereiche zahlt der Eigentümer. Für die Sicherung des eigenen Kellerabteils ist der Mieter selbst verantwortlich.
Ist Videoüberwachung im Keller erlaubt?
Videoüberwachung in Gemeinschaftsbereichen ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, erfordert aber einen Beschluss der Eigentümerversammlung und die Beachtung des Datenschutzes. Ein Hinweisschild ist Pflicht.
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