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Nebenkostenabrechnung: Welche Hausmeisterkosten sind umlagefähig?

📅 9. März 2025  ·  🕐 8 Min. Lesezeit  ·  NH-Hausmeister

Die Nebenkostenabrechnung sorgt regelmäßig für Diskussionen zwischen Vermietern und Mietern. Besonders der Posten „Hausmeisterservice" wirft Fragen auf: Welche Kosten dürfen umgelegt werden? Welche nicht? Und wie muss die Abrechnung aussehen? Dieser Ratgeber klärt die wichtigsten Fragen für Vermieter und Hausverwaltungen.

Rechtsgrundlage: Die Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die zentrale Rechtsgrundlage für die Umlage von Hausmeisterkosten ist die Betriebskostenverordnung (BetrKV). Relevant sind vor allem:

💡 Wichtig: Hausmeisterkosten können nur umgelegt werden, wenn dies im Mietvertrag vereinbart ist. Die meisten Standardmietverträge enthalten eine entsprechende Klausel, die auf die BetrKV verweist.

Umlagefähige Hausmeisterkosten

Folgende Tätigkeiten eines Hausmeisterservices sind umlagefähig:

TätigkeitBetrKVBeispiele
Treppenhausreinigung§ 2 Nr. 9Böden wischen, Geländer reinigen, Fenster im Treppenhaus
Gartenpflege§ 2 Nr. 10Rasenmähen, Heckenschnitt, Unkraut jäten, Laubentfernung
Winterdienst§ 2 Nr. 3Schneeräumen, Streuen, Glättebekämpfung
Außenanlagenpflege§ 2 Nr. 10Gehwege kehren, Müllplatz reinigen, Eingang pflegen
Gebäudereinigung§ 2 Nr. 9Kellerflure, Waschkeller, Fahrradkeller reinigen
Kontrollen§ 2 Nr. 14Beleuchtung prüfen, Spielplatz-Check, allg. Rundgänge
Leuchtmittelwechsel§ 2 Nr. 14Glühbirnen im Treppenhaus, Außenbeleuchtung

Nicht umlagefähige Hausmeisterkosten

Folgende Kosten dürfen nicht auf Mieter umgelegt werden:

TätigkeitGrund
Instandhaltung & ReparaturenGehört zur Vermieterpflicht (§ 535 BGB)
Verwaltungstätigkeitenz.B. Schlüsselverwaltung, Mieterkommunikation
WohnungsrenovierungMalerarbeiten, Bodenverlegung
SchadensbehebungRohrbruch, Sturmschäden, Vandalismus
LeerstandskostenAnteilige Kosten für leerstehende Wohnungen
Einmalige Sonderleistungenz.B. Grundreinigung nach Renovierung

⚠️ Häufiger Fehler: Wenn der Hausmeisterservice sowohl umlagefähige als auch nicht umlagefähige Tätigkeiten ausführt, müssen die Kosten in der Rechnung getrennt ausgewiesen werden. Pauschale Gesamtrechnungen ohne Aufschlüsselung können von Mietern angefochten werden.

Doppelte Umlage vermeiden

Ein wichtiger Punkt, den viele Vermieter übersehen: Eine Doppelberechnung ist unzulässig.

Wenn der Hausmeisterservice die Treppenhausreinigung übernimmt, darf diese nicht gleichzeitig unter „Hauswart" (§ 2 Nr. 14) und unter „Gebäudereinigung" (§ 2 Nr. 9) abgerechnet werden. Das Gleiche gilt für:

💡 Empfehlung: Weisen Sie Hausmeisterkosten entweder komplett unter „Hauswart" (Nr. 14) aus, oder teilen Sie die einzelnen Leistungen den jeweiligen Kostenarten zu. Beides ist zulässig — aber nicht beides gleichzeitig für die gleiche Tätigkeit.

Verteilerschlüssel: Wie werden die Kosten aufgeteilt?

Die Verteilung der Hausmeisterkosten auf die einzelnen Mieter richtet sich nach dem vereinbarten Verteilerschlüssel:

Wenn im Mietvertrag kein Schlüssel festgelegt ist, gilt gemäß § 556a BGB die Wohnfläche als Standard.

Tipps für eine rechtssichere Abrechnung

  1. Leistungen klar definieren: Im Vertrag mit dem Hausmeisterservice sollte genau aufgelistet sein, welche Arbeiten regelmäßig durchgeführt werden.
  2. Getrennte Rechnungsstellung: Lassen Sie umlagefähige und nicht umlagefähige Leistungen getrennt ausweisen.
  3. Dokumentation: Halten Sie fest, wann welche Arbeiten ausgeführt wurden — das schützt bei Rückfragen von Mietern.
  4. Wirtschaftlichkeitsgebot: Die Kosten müssen angemessen sein. Überhöhte Preise können Mieter anfechten (§ 556 Abs. 3 BGB).
  5. Jährliche Abrechnung: Die Nebenkostenabrechnung muss innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums zugestellt werden.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich einen externen Hausmeisterservice komplett umlegen?

Ja, sofern nur umlagefähige Tätigkeiten beauftragt werden. Bei gemischten Leistungen muss aufgeschlüsselt werden.

Ist ein Festpreis oder Stundenabrechnung besser für die Umlage?

Ein Festpreis (Monatspauschale) ist für die Nebenkostenabrechnung deutlich einfacher, da er direkt als regelmäßige Betriebskosten umgelegt werden kann. Bei Stundenabrechnung schwanken die Kosten monatlich. Mehr dazu in unserem Artikel Hausmeisterservice für Hausverwaltungen.

Was passiert bei Leerstand?

Die Kosten für leerstehende Wohnungen trägt der Vermieter. Sie dürfen nicht auf die verbleibenden Mieter umgelegt werden.

Darf der Mieter die Belege einsehen?

Ja. Mieter haben ein Belegeinsichtsrecht. Sie dürfen die Rechnungen, Verträge und Belege zum Hausmeisterservice einsehen (§ 259 BGB).

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Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: März 2025.

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